Olive oil is the new wine – warum eine gute Flasche Olivenöl das elegantere Gastgeschenk ist

«Olive oil is the new wine» – warum eine gute Flasche Olivenöl das elegantere Gastgeschenk ist*


Sie sind zum Abendessen eingeladen und stehen wie immer kurz vor dem Klingeln mit der gleichen Frage da: Was bringe ich mit? Reflexartig greifen die meisten zur Flasche Wein. Naheliegend, klassisch – und genau deshalb das, was alle tun. Doch international zeichnet sich ein Trend ab, der das Gastgeschenk neu denkt: Statt Wein bringt man eine schöne Flasche Olivenöl mit. Was zunächst ungewohnt klingt, hat erstaunlich gute Gründe.

Warum der Wein als Mitbringsel ausgedient hat
So gerne wir eine gute Flasche Wein verschenken: Als Gastgeschenk hat sie einen entscheidenden Haken. Wer zum Essen einlädt, hat die Weinbegleitung in aller Regel längst geplant und auf das Menü abgestimmt. Die mitgebrachte Flasche passt dann oft nicht zum Gang, landet ungeöffnet im Regal – oder wird aus Höflichkeit geöffnet und durcheinandergetrunken.

Und selbst wenn der Wein ankommt: Er ist am Ende des Abends meist leer. Das Geschenk verschwindet im Lauf eines einzigen Essens. Im umgekehrten Fall, wenn es ein besonderer Tropfen ist, wandert er in den Keller und wartet dort manchmal jahrelang auf den «richtigen Moment».

Genau hier liegt der Charme des Olivenöls: Es bleibt. Eine gute Flasche steht in der Küche der Gastgeber, wird Woche für Woche verwendet – und erinnert bei jedem Gericht ein kleines bisschen an Sie.

«Olive oil is the new wine»

Der Trend kommt aus dem englischsprachigen Raum, wo Food-Magazine und Knigge-Expertinnen das Olivenöl bereits zum neuen Wein erklärt haben. Befragungen zum Schenkverhalten bestätigen den Wandel: Immer mehr Menschen empfinden ein hochwertiges Olivenöl als das durchdachtere, persönlichere Mitbringsel.


Die Argumente sind überzeugend:

– Es wird nicht in einem Abend «verbraucht». Anders als Wein begleitet es die Gastgeber über Wochen.

– Es nimmt niemandem den Platz weg. Eine schöne Flasche steht griffbereit auf der Arbeitsfläche, statt ungenutzt im Schrank.

– Es passt immer. Ein gutes Öl funktioniert zu nahezu jeder Küche – unabhängig davon, was an diesem Abend auf den Tisch kommt.

– Es ist alltagstauglich und doch besonders. Man gönnt es sich vielleicht nicht jeden Tag selbst – und freut sich umso mehr, wenn man es geschenkt bekommt.


Dazu kommt das gesundheitliche Argument, das den Trend zusätzlich trägt: Natives Olivenöl extra gilt als das «gute Fett» schlechthin und ist das Herzstück der mediterranen Ernährung. Ein Geschenk, das gut schmeckt *und* guttut.

Olivenöl erzählt eine Geschichte – genau wie ein guter Wein

Was das Olivenöl als Geschenk so spannend macht, ist seine Vielfalt. Es hat, ganz wie der Wein, ein Terroir. Sorte, Boden, Klima, Erntezeitpunkt und Pressung prägen den Charakter im Glas. Ein gutes natives Olivenöl extra lässt sich verkosten wie ein edler Tropfen: Man riecht das Fruchtige, schmeckt die grüne Note, spürt am Schluss das charakteristische Kratzen im Hals – ein Zeichen für wertvolle Polyphenole.

Genau diese Erzählung macht aus einer simplen Flasche ein Geschenk mit Tiefe. Wer ein sortenreines Öl mit Herkunft, Geschichte und ein paar Empfehlungen zur Verwendung mitbringt, schenkt nicht einfach ein Lebensmittel, sondern ein kleines Stück Esskultur.


Apulien: das Herz des italienischen Olivenöls

Wenn es ein Mitbringsel sein soll, das diese Geschichte glaubwürdig erzählt, führt kaum ein Weg an Apulien vorbei. Der «Stiefelabsatz» Italiens ist die wichtigste Olivenöl-Region des Landes: Je nach Erntejahr stammen rund 40 bis 50 Prozent der gesamten italienischen Produktion von hier. Geschätzte 50 bis 60 Millionen Olivenbäume prägen die Landschaft – darunter knorrige Riesen, die teils über 800 Jahre alt sind.

Diese jahrhundertealte Tradition schmeckt man. Apulische Öle sind bekannt für ihren ausgeprägten Charakter, von leicht-fruchtig bis kräftig und würzig. Typische Sorten sind etwa:

Coratina – intensiv, herb und besonders reich an Polyphenolen, der Liebling vieler Kenner.

Ogliarola – milder und harmonischer, ideal für den Einstieg.

Peranzana – elegant und fein, vor allem im Norden Apuliens zuhause.


Wer ein Öl mit dem geschützten DOP- oder IGP-Siegel wählt, hat zusätzlich die Gewissheit, dass Herkunft und Herstellung kontrolliert sind – ein Qualitätsversprechen, das sich beim Verschenken gut erzählen lässt.


So wird das Olivenöl zum perfekten Geschenk

Ein paar Kleinigkeiten machen aus der Flasche ein rundes Mitbringsel:

Auf die Qualität achten:
«Natives Olivenöl extra» (Extra Vergine) ist die höchste Güteklasse. Ein dunkles Glas oder eine Dose schützt das Öl vor Licht.

Sortenrein statt Standard:
Ein Monocultivar – etwa eine reine Coratina – wirkt deutlich persönlicher als ein anonymes Supermarktöl.

Die Geschichte mitliefern:
Eine kurze Notiz mit Herkunft und ein, zwei Tipps zur Verwendung («grün und kräftig – grossartig über gegrilltem Gemüse oder einfach auf warmem Brot») macht aus dem Geschenk ein Erlebnis.

Schön verpacken:
Viele apulische Erzeuger füllen ihr Öl in elegante Flaschen oder kunstvolle Keramik ab – ein Hingucker, der ganz ohne Geschenkpapier auskommt.


Fazit: ein Mitbringsel, das bleibt

Der Wein hat als Gastgeschenk seine Berechtigung – aber er ist vorhersehbar und am Ende des Abends meist Geschichte. Ein gutes Olivenöl dagegen überrascht, bleibt im Alltag der Gastgeber präsent und erzählt von Herkunft, Handwerk und Genuss. Beim nächsten «Was bringe ich mit?» lohnt sich darum der Griff zur Olivenölflasche – am besten zu einer aus Apulien, wo das «grüne Gold» seit Jahrhunderten zuhause ist.


Entdecken Sie bei Taste of Puglia eine Auswahl an nativem Olivenöl extra direkt aus Apulien – das perfekte Mitbringsel für Menschen, die echten Geschmack zu schätzen wissen.